Alpine Greenery

Greenery, Tropical, Blätter, Dschungel und jede Menge bunter Papageien … Trends für Sommer 2017. Hier findet ihr Vorschläge für eine Österreich-Interpretation dieser Trends. Die Blätter hierzulande können sich sehen lassen (und stehen den tropischen Geschwistern um nichts nach): Kräftige Grüntöne und vielfältige Formen lassen das Musterdesigner-Herz höher schlagen ;o). Gefunden bei einem Frühlingsspaziergang in Hinterthiersee, Tirol. Mache hier gerade eine Ayurveda-Kur. Sehr zu empfehlen!

Frühling auf der Donauinsel

Wunderbares Frühlingswetter + Radfahren auf der Donauinsel = Neue Farbpalette. Habe sie Spring Blossom genannt :o) Jetzt bräuchte ich nur noch Zeit für´s Muster entwerfen. Habe ich aber leider nicht, weil ich wieder mal auf tausend Kirtagen gleichzeitig unterwegs bin: Unterrichten, Grafik Design, Art & Economy Lehrgang, Hausbauen und natürlich Master Thesis schreiben.

Bin gerade dabei, herauszufinden, weshalb es in Österreich keine sichtbare Surface Pattern Design Szene gibt. Surface … alleine die Aussprache dieses Wortes ist hierzulande schon eine gröbere Herausforderung. Deutsche Alternativen gibt es nicht wirklich: Dessinatur oder Textildesign sind jedenfalls keine. Jaja, ich weiß. Dessinatur kommt außerdem aus dem Französischen. Immerhin, Dessinateur war zumindest jahrzehntelang eine in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Menschen, die Muster entworfen haben und daneben noch fähig waren, diese auf Patronenpapier für die Weberei aufzubereiten. (Ich weiß, wovon ich spreche, hab das Handwerk schließlich noch von der Pike auf gelernt.)

Übrigens. Wer weiß, was aus all den Musterarchiven der alten Textilunternehmen geworden ist? Antworten werden mit Freude entgegengenommen! eugenie@hadinoto.com

Interview mit Werner van Hoeydonck

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Yipieeh, ich habe letzte Woche einen Kollegen aus der Surface Pattern Design Branche kennengelernt, der geometrische Muster genauso gerne mag, wie ich. Und weil ich ein neugieriger Mensch bin, habe ich ihn ein wenig näher zu diesem Thema befragt. Werner van Hoeydonck ist ein Ornamental Designer. Er kommt aus Belgien und lebt seit ein paar Jahren im schönen Wien. Hier also seine Sicht auf die Welt der Muster 🙂

1. Was bedeuten Muster für dich?

Mich sprechen vor allem geometrische, abstrakte Muster an, wo kleine, sinnliche Grund- oder Basisformen miteinander „interagieren“ oder „kommunizieren“. Die Formen, die harmonisch zusammensetzbar sind, wirken auf mich wie ein Liebesgedicht. Die Botschaft oder Bedeutung ist die von einer heilen, friedlichen, harmonischen Welt oder einer Suche danach. Die „Sprache“ eines Musters ist eine universale. Überall auf der Welt wird diese Formensprache verstanden, jeder Kulturkreis hat mit diesen Formen experimentiert. Das Verstehen der Grundformen ist weltweit ähnlich. Weil es intuitiv erfolgt, weil es im Menschsein als eine Art genetischer Code eingeprägt ist. Weil die Natur selbst die gleichen Formprinzipien und Geometrien in seinen atomaren Kernen verwendet. Geometrische Muster sind zeitlos und deswegen immer aktuell.

So wie die Natur selbst sind Muster (bzw. seine Grundformen) universell und allgegenwärtig. So kommt es nicht von ungefähr, dass selbst das Unterbewusstsein mit Symbolen und Zeichen „arbeitet“. Wenn wir Muster als eine sinnliche, mit dem Menschsein verbundene Formensprache begreifen, dann steht dies nicht für Unterschiede, sondern vielmehr für den tiefen Zusammenhalt der Welt. Indem es die Menschen mit ihren Ursprüngen – den Gestaltungsprinzipien des Lebens – verbindet, vereinigt es sie auch untereinander. Es steckt also was ganz Wichtiges in Mustern und mann sollte nie die positive Energie unterschätzen, die ein farbiges Muster auf den Menschen ausübt.

Diese elementaren Formen wirken, so wie deren Transformationen, auf uns harmonisch, weil sie – auf abstrahierte Weise – die Gestaltungsprinzipien der Natur sowie des Kosmos als Form wiedergeben. Wir verstehen die Grundformen instinktiv. Die Grundformen sind die Basis dessen, was sich auch als Manifestation einer Formkraft bezeichnen lässt. Für Teilhard De Chardin ist diese Formkraft, die aus Energie Materie formt, die Liebe selbst:

„In ihrer biologischen Realität betrachtet, ist die Liebe (das heißt, die Anziehung die ein Wesen auf ein anderes ausübt) nicht auf den Menschen beschränkt […] Wenn nicht schon im Molekül […] eine Neigung zur Vereinigung bestünde, so wäre das erscheinen der Liebe auch auf höherer Stufe, in ihrer menschlichen Form, physisch unmöglich… Mit den Kräften der Liebe suchen die Fragmente der Welt einander, auf das die Welt sich vollende… das abgetrennte Teilchen, das bebt, wenn seine Ergänzung sich nähert […]“ (Teilhard de Chardin, Der Mensch im Kosmos, C.H. Beck 1949, München)

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2. Du entwirfst ja vor allem geometrische Muster. Was ist für dich das Besondere an geometrischen Mustern?

Es beruhigt mich, mit diesen Formen zu experimentieren. Man kann immer was Neues erfinden, neue Kombinationen und es steckt auch viel Mathematik, Struktur oder sogenannte „heilige“ Geometrie drinnen, d.h. ein Schritt ergibt sich aus dem anderen, sowohl in den Basisformen als auch in der Gesamtstruktur eines geometrischen Musters.

3. Woran arbeitest du gerade?

Ich arbeite gerade an ein Logo und Muster für eine Modedesignerin und habe für Weihnachten ein Muster für Schokov (Schokolade) fertiggestellt. Daneben entwerfe ich ein Wandmuster für ein Musikaufnahmestudio in einem Kulturzentrum in Gent, Belgien. Weiters gibt es eine Serie Schmuckverpackungen und kleine Led-Leuchten. Das sind platonische Formen und geometrischen Mustern, die von der Firma „Rausgebrannt“ in Fedrigoni-Karton herausgelasert werden.

Gleichzeitig arbeite ich an der Entwicklung meiner Workshops, wo es um das Studium der Geschichte der Muster und Ornamente geht und ihren Zusammenhang mit der Architektur. Basis dafür ist eine förmlich, analytische Methode meines ehemaligen Professors, Otto Antonia Graf.

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4. Wie siehst du die Zukunft des Musterdesigns?

Muster haben eine große Zukunft – je mehr man seine Entwicklungsgeschichte versteht und die Transformationsmöglichkeiten nutzt, die man mit Zeichenprogrammen, wie Rhino und Grasshopper erzielen kann. Ich denke hier konkret an generative oder sich entwickelnde Muster, wo sich eine Form in die nächste transformiert. (Siehe Muster anbei.)

Muster in drei Sekunden

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Eine tolle Möglichkeit, aus seinen Schnappschüssen noch in der Sekunde erste Entwürfe zu machen, bietet Adobe Capture: mit Formen, Muster, Farben, Pinsel und Looks. Hier ein Beispiel von einem Zebrastreifen-Bild :o). Unbedingt ausprobieren.

Ach ja, den Tipp bekam ich von Michelle in einem ganz tollen Workshop über Activewear. www.patternobserver.com

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Grün und Rosa

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Zu den schönsten Dingen am Reisen zählen für mich die wunderbaren Farben, die man unterwegs entdeckt. Wie beispielsweise diese Grün- und Rosatöne. Das Bild entstand vor zwei Jahren in New Mexiko. Meine Mum lebt dort und wir haben uns damals drei Wochen lang mit Auto und Harley alle Sehenswürdigkeiten zwischen Silver City und Taos angesehen.

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